Zwischen Flammen und Freiheit – Ein Ausblick auf unser Jahr 2026

Liebe Freund:innen und Unterstützer:innen,
wir wünschen euch einen guten Start ins neue Jahr und hoffen, ihr seid gut angekommen in 2026!
Zuallererst möchten wir uns herzlich bei allen bedanken, die uns im vergangenen Jahr unterstützt haben. Unsere Spendenkampagne sowie die Geschenkaktion sind auf großes Interesse gestoßen – das hat uns sehr gefreut und motiviert. Vielen Dank für euer Engagement und eure Solidarität!

Neue Ausstellung ab Juni
Für uns hat das Jahr arbeitsreiche begonnen. Erst im Dezember haben wir die Zusage einer großen Projektförderung bekommen, für ein Projekt was jetzt im Januar begonnen hat. Im Rahmen des von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte geförderten Projekts „Erinnern für Demokratie“ können wir euch ab Juni dieses Jahres eine neue Leihausstellung mit begleitenden Workshops anbieten.
„Zwischen Flammen und Freiheit – Wenn Worte verboten sind. Literatur, Widerstand und der Kampf für Demokratie im Nationalsozialismus“
Die Ausstellung macht bislang wenig bekannte Formen des Widerstands gegen die Bücherverbrennungen von 1933 sichtbar. Sie rückt Haltung, Zivilcourage und Meinungsfreiheit in den Mittelpunkt und verbindet lokale Ereignisorte mit den Biografien verfolgter Autor:innen. So entsteht eine Brücke zwischen Geschichte und Gegenwart.
Ein besonderer Fokus liegt auf der aktiven Beteiligung junger Menschen: In Ausstellungen, Workshops und begleitenden Bildungsmaterialien gestalten Jugendliche Erinnerung als demokratischen Prozess mit. Ziel ist es, Erinnerungskultur als lebendigen Beitrag zur Stärkung unserer Demokratie heute zu verstehen.
Wenn ihr Interesse habt, die Ausstellung ab Juni bei euch zu zeigen, meldet euch gerne per E-Mail bei uns. Natürlich freuen wir uns auch weiterhin über Einladungen für unsere bestehende Ausstellung.

Shop
Da unsere Geschenkaktion so gut angekommen ist, bieten wir unser Material auch nach Weihnachten weiterhin zur Bestellung an. 
https://blog.verbrannte-orte.de/produkt-kategorie/material-bestellen/

Neue Mitarbeiterin
Wir freuen uns sehr, eine neue Mitarbeiterin in unserem Verein begrüßen zu dürfen. Trille Schünke-Bettinger unterstützt uns seit Anfang Januar für ein Jahr bei der Umsetzung des Projektes „Erinnern für Demokratie“. Trille ist Historikerin und arbeitet u.a. als Freie Bildungsrefentin für verschiedene Gedenkstätten. Als Stadtführerin konzentriert sie sich besonders auf die Geschichte von Frau im Nationalsozialismus. Außerdem ist sie Mitinitiatorin des digitalen Erinnerungsprojektes „Antifaschistinnen aus Anstand“.
https://antifaschistinnen-aus-anstand.de

Autor im Fokus: Erich Weinert
Als Autor möchten wir euch in diesem Newsletter Erich Weinert vorstellen. Seine Biografie findet ihr – wie immer – am Ende des Newsletters.

Platz gesucht – wir brauchen Unterstützung
Unser Büro platzt langsam aus allen Nähten: Ausstellungen, Bibliothek und Materialien benötigen immer mehr Raum. Daher sind wir auf der Suche nach einem 20-Fuß-Seecontainer, den wir hier vor Ort aufstellen und als zusätzlichen Lagerraum nutzen können. Wenn ihr Hinweise, Kontakte oder sogar ein konkretes Angebot für uns habt, freuen wir uns sehr über eine Nachricht per E-Mail. Jede Unterstützung hilft!

Zum Abschluss möchten wir uns noch einmal herzlich bei euch allen bedanken – für euer Interesse, eure Unterstützung und die vielen ermutigenden Rückmeldungen, die uns erreichen. Ohne dieses Engagement wären unsere Arbeit, unsere Ausstellungen und die Bildungsangebote in dieser Form nicht möglich. Auch im neuen Jahr möchten wir gemeinsam mit euch Erinnerung lebendig halten, Räume für Austausch schaffen und Demokratie als etwas Begreifbares und Gestaltbares erfahrbar machen. Wir freuen uns auf den weiteren Austausch, auf Begegnungen bei Ausstellungen und Veranstaltungen und auf alles, was wir 2026 gemeinsam bewegen werden.

Herzliche Grüße
Jan Schenck

Erich Weinert (1890–1953) war ein deutscher Dichter, Kabarettist, Schriftsteller und Kommunist, der eine zentrale Rolle in der antifaschistischen Literatur und der Arbeiterbewegung spielte. Sein Leben war von politischem Engagement, Widerstand gegen den Nationalsozialismus und einem tiefen Glauben an die sozialistische Bewegung geprägt.

Weinert wuchs in einer sozialdemokratisch orientierten Familie in Magdeburg auf. Nach seiner Schulzeit und einer Lehre als Mechaniker entschloss er sich, Kunst zu studieren, und besuchte von 1908 bis 1910 die Kunstgewerbeschule in Magdeburg und die Königliche Kunstschule in Berlin. Anschließend arbeitete er als Kunstlehrer und Illustrator. Seine ersten literarischen Arbeiten veröffentlichte er 1921, und bereits in seinem ersten Gedichtband Affentheater (1925) äußerte er seine gesellschaftskritischen Ansichten und seinen satirischen Humor, der später zu einem Markenzeichen seiner Werke wurde.

Politisch engagierte sich Weinert bereits zu Beginn der 1920er Jahre, als er der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) beitrat und sich mit gleichgesinnten Künstlern in revolutionären und sozialistischen Kreisen bewegte. Er trat aktiv in politischen Kabaretts wie „Retorte“ in Leipzig und „Kü-Ka“ in Berlin auf und arbeitete mit linken Zeitungen zusammen. Seine scharfsinnigen, oft humorvollen Gedichte und Essays waren ein wesentliches Element der Arbeiterbewegung und spiegelten seine politische Überzeugung wider.

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 emigrierte Weinert zunächst in die Schweiz und später nach Frankreich und schließlich in die Sowjetunion. Während des Spanischen Bürgerkriegs (1936–1939) trat er den Internationalen Brigaden bei und kämpfte gegen die faschistische Diktatur von Francisco Franco. In dieser Zeit verfasste er Berichte und Gedichte über seine Erfahrungen, die später in seinem Buch Camaradas (1952) veröffentlicht wurden.

Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion 1941 intensivierte Weinert sein Engagement gegen den Nationalsozialismus. Er war in der antifaschistischen Propaganda aktiv, schrieb Flugblätter und Gedichte, die deutsche Soldaten zum Überlaufen bewegen sollten. Während des Krieges wurde er Präsident des Nationalkomitees „Freies Deutschland“, einer Organisation von Kriegsgefangenen und Emigranten, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten. In seinen Kriegserinnerungen, insbesondere dem Werk Memento Stalingrad (1951), verarbeitete er die Schrecken des Krieges und die Notwendigkeit des Widerstands gegen die Nazi-Herrschaft.

Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Weinert 1946 nach Deutschland zurück und engagierte sich aktiv in der Kulturpolitik der DDR. Er wurde Mitglied der Deutschen Akademie der Künste und setzte sich für die Förderung der Arbeiterdichtung und sozialistischer Literatur ein. 1949 wurde er mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet.

Erich Weinert starb 1953 in Ost-Berlin. Auch wegen seiner politischen Orientierung und seines Engagements für die sozialistische Bewegung blieb er ein bedeutender literarischer Geist des 20. Jahrhunderts, dessen Werke die politische und gesellschaftliche Realität seiner Zeit reflektierten. Posthum wurden viele seiner Arbeiten veröffentlicht, darunter eine Sammlung seiner Gedichte und Werke, die das breite Spektrum seiner literarischen und politischen Tätigkeiten dokumentieren.

Quellen:

  • Erich Weinert – Leben und Werk von Werner Preuß
  • Erich Weinert. Schriftsteller und Kommunist von Gerd Dietrich
  • Artikel über Erich Weinert in der Deutschen Biographie
  • Werke von Erich Weinert, insbesondere Camaradas und Memento Stalingrad
  • Zeitgenössische Berichterstattung über den Spanischen Bürgerkrieg und Weinerts Rolle in den Internationalen Brigaden
×