Newsletter Mai 2020

Liebe Unterstützer*innen,

fast 2 Monate ist unser letzter Newsletter nun her. Eine Zeit, die für uns alle sehr besonders war und ist. Corona hat sich zu einer weltweiten Herausforderung entwickelt und viele Menschen sind auf unterschiedliche Art und Weise betroffen. Uns geht es da noch verhältnismäßig gut und trotzdem mussten auch wir einige Absagen und Einschränkungen verdauen. Aber wir haben die Zeit auch genutzt und wollen euch mit diesem Newsletter über folgende Themen informieren:

  • Auswirkungen der Corona Pandemie
  • Stand der Vereinsgründung
  • Einrichtung einer Stelle für die Projektarbeit
  • Aktivitäten um den 10. Mai – Jahrestag der Bücherverbrennungen
  • Virtuelle Ausstellung
  • Veränderungen im Onlineatlas

Auswirkungen der Corona Pandemie

Die Absage der Leipziger Buchmesse war sicherlich der größte Brocken für uns. Uns ist durch den Ausfall eine wichtige Plattform zur Präsentation unseres Projektes verloren gegangen. Unmittelbar nach der Buchmesse war eine Ausstellung mit Fotografien in Halle geplant, die leider auch abgesagt wurde. So ging es uns auch mit weiteren Veranstaltungen, die entweder gar nicht oder nur in veränderter, virtueller Form angeboten werden konnten.

Die gewonnene Zeit haben wir genutzt, um an strukturellen Punkten für das Gedenkprojekt zu arbeiten.

Stand der Vereinsgründung

Schon länger ist deutlich geworden, dass durch die Ausweitung der Projektarbeit, sowie für die weitere Entwicklung ein eigener Verein als Träger für das Projekt „Verbrannte Orte“ sinnvoll wäre. Im Herbst letzten Jahres begannen wir die Vereinsgründung vorzubereiten, die wir am 3. März 2020 mit der Gründungsversammlung des Vereins „Verbrannte Orte e.V.“ vollziehen konnten. Nach der erfolgten Eintragung des Vereins in das Vereinsregister am Amtsgericht Dannenberg im April 2020, liegt die Satzung jetzt bei dem zuständigen Finanzamt zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit. Sobald diese Prüfung abgeschlossen ist, wird der Verein die Trägerschaft des Onlineatlas und der weiteren Aktivitäten übernehmen. Um die Kontinuität zu gewährleisten, ist der Projektgründer Jan Schenck zum 1. Vorsitzenden des Vereins „Verbrannte Orte e.V.“ gewählt worden.

Einrichtung einer Stelle für die Projektarbeit

Wir haben im Laufe der letzten zwei Jahre, bedingt durch die weiter wachsende Bekanntheit des Gedenkprojektes festgestellt, dass eine kontinuierliche Begleitung, unabhängig von der ehrenamtlichen Arbeit, für das Projekt notwendig ist. Wir haben uns daher entschlossen für den Projektverantwortlichen Jan Schenck eine Stelle zu schaffen. Ursprünglich wollten wir die Stelle im Zuge des Aufbaus der Vereinsarbeit einrichten, bedingt durch die Auswirkungen der Corona Krise haben wir uns entschlossen, die Stelle unmittelbar einzurichten. Wir haben die Lohnkosten der ersten Monate durch Spender*innen und Förder*innen erreichen können. Wir danken allen, die sich an der Finanzierung beteiligt haben.

Aktivitäten um den 10 Mai – Jahrestag der Bücherverbrennungen

In den letzten Wochen waren wir sehr damit beschäftigt, unsere Aktivitäten für den 87. Jahrestag der Bücherverbrennungen vorzubereiten.

Bei den Aktivitäten auf unseren Social Media Kanälen stand der Wunsch im Vordergrund, unsere Reichweite zu erhöhen und wir waren damit erfolgreich. Auf Twitter haben wir in der Woche vor dem 10. Mai über 600 neue Follower dazugewonnen, was sich sofort in der Reichweite des Projekts sichtbar macht.

Auch die Medienarbeit gehört um den 10. Mai für uns immer dazu. Hier konnten wir mit dem Artikel im Jugendmagazin „Jetzt“ der Süddeutschen Zeitung einen tollen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit des Projektes leisten.

Fast schon Tradition hat unsere Zusammenarbeit mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels. Anlässlich der „Woche der Meinungsfreiheit“ haben wir drei Videobeiträge erstellt, die der Börsenverein am 10. Mai auf seinen Social Media Kanälen verwendet hat. In den Videos erzählen wir etwas über die Entstehungsgeschichte und die Motivation für die Arbeit an dem Gedenkprojekt und warum wir dieses Thema immer noch aktuell finden.

Virtuelle Ausstellung

Infolge der Auswirkungen der Corona Pandemie haben wir zum diesjährigen 10. Mai etwas besonderes vorbereitet. Pünktlich zum 87. Jahrestag haben wir eine Onlineausstellung mit Fotos aus dem Gedenkprojekt konzipiert und online präsentiert. Das ist für uns ein Weg die Fotos in der Präsentation mehr ihn den Mittelpunkt zu stellen und einen „Ersatz“ für die ausfallenden Ausstellungen zu finden.

Unter ausstellung.verbrannte-orte.de findet ihr die ersten 31 Orte. Sukzessiv sollen weitere Fotos von Orten hinzukommen. Wir werden weiter darüber berichten, wenn es Neues gibt.

Veränderungen im Onlineatlas

In den letzten Jahren sind einige Wünsche bzgl. der Funktionen des Atlas entstanden, die wir mit der aktuellen Software nicht darstellen konnten. An erster Stelle steht hier die Zweisprachigkeit unseres Projektes. Für unsere Smartphone App haben wir bereits alle Basisinformationen ins Englische übersetzt. Nun wollen wir auch unseren Atlas zweisprachig gestalten. Zusätzlich werden wir noch einige neue Funktionen hinzufügen über die wir in den kommenden Wochen auf unseren Social Media Kanälen und unserem Blog berichten werden. Unser Programmierer ist fast fertig und der Neustart ist in den nächsten Wochen geplant.

Das war mal wieder ein kleiner Einblick in die aktuellen Entwicklungen unsres Projekts. Wir bedanken uns bei allen Menschen, die uns finanziell unterstützen und auch bei denen, die uns Rückmeldungen, Hinweise und Anmerkungen gegeben haben. Dieses Interesse ist für uns, gerade jetzt, eine wichtige Motivation.

Viele Grüße,

Jan Schenck

Folgt uns auf Twitter: https://twitter.com/VerbrannteOrte

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Neue Online-Ausstellung

Seit dem 10. Mai 2020, dem 87. Jahrestag der Bücherverbrennungen, ist unsere neue Online-Ausstellung fertig.

Auf ausstellung.verbrannte-orte.de finden sich die Bilder und Informationen zu 31 Orten der NS Bücherverbrennungen.

Bücherverbrennungen im April 1933

Seit dem 7. März läuft unsere #OnThisDay Aktion auf Facebook und Twitter. Zu jedem Jahrestag einer Bücherverbrennung erinnern wir mit einem Post an die Verbrennung. Hier eine Zusammenstellung unserer Tweets zu den Bücherverbrennungen im April 1933.

Bücherverbrennungen im März 1933

Seit dem 7. März läuft unsere #OnThisDay Aktion auf Facebook und Twitter. Zu jedem Jahrestag einer Bücherverbrennung erinnern wir mit einem Post an die Verbrennung. Hier eine Zusammenstellung unserer Tweets zu den Bücherverbrennungen im März 1933.

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Spendenaufruf wegen Verdienstausfall durch Corona – Wir schaffen eine Stelle!

Unser Projektgründer Jan Schenck hat in den letzten Jahren sehr viel ehrenamtliche Arbeit in das Gedenkprojekt „Verbrannte Orte“ gesteckt. Mittlerweile hat unser Projekt eine Größe und Resonanz erreicht, die es erforderlich macht mindestens eine Stelle für die Projektkoordination zu schaffen. In den Wintermonaten arbeitet Jan Schenck ca. 20 Stunden pro Woche ehrenamtlich für unser Projekt.

Unser Plan war es, mit der Gründung eines eigenen Vereins, u.a. die Möglichkeiten zu schaffen Fördermitgliedschaften zu werben. Genügend Mitgliedsbeiträge sollten es dann ermöglichen eine sozialversicherungspflichtige Stelle einzurichten.

Nun hat uns Corona überholt.. Jan Schenck arbeitet als Erlebnispädagoge hauptsächlich mit Schulklassen und jungen Erwachsenen in Norddeutschland. Durch die Schulschließungen und die flächendeckende Absage von Klassenfahrten droht ihm im schlimmsten Fall ein kompletter Verdienstausfall bis zum Sommer. Seine Ersparnisse sind aufgebraucht durch die ehrenamtliche Arbeit für unser Projekt in den letzten Jahren. Wir wollen die Folgen für ihn mildern und so schnell wie möglich eine sozialversicherungspflichtige Stelle schaffen. Erstmal auf 460 € Basis, was für den Verein als Arbeitgeber Kosten von 550 € bedeuten würde. Das heißt wir brauchen 100 Menschen, die 5,50 € pro Monat übrig haben und die wichtige Arbeit unseres Gedenkprojekts unterstützen wollen. Am liebsten wären uns regelmäßige Spenden über einen längeren Zeitraum. Sobald unser neuer Verein eingetragen ist, werden wir den Unterstützer*innen natürlich anbieten Fördermitglied zu werden und das bis dahin gespendete Geld mit dem Mitgliedsbeitrag zu verrechnen.

Natürlich freuen wir uns auch über einmalige Spenden. Wichtig ist jetzt, dass 550 € im Monat zusammenkommen. Uns sind Spenden auf unser Projektkonto am liebsten, da bei betterplace.de eine Auszahlungssperre von zwei Wochen besteht. Bitte nutzt für direkte Spenden den Verwendungszweck „Eine Stelle“. Nur so ist es uns möglich die Spenden als externe Gelder bei betterplace.de einzutragen, sodass dort ein aktueller Überblick über die noch benötigte Summe besteht.

Vielen Dank für eure Unterstützung.

Spendenkonto: Kommunikationszentrum Meuchefitz e.V.
IBAN: DE60 2585 0110 0044 0578 42
BIC: NOLADE21UEL
Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg
Verwendungszweck: Eine Stelle

Onlinespenden auf https://www.betterplace.org/de/donate/platform/projects/59750?need_id=241606

Newsletter März und Jahresbericht

Absage Leipziger Buchmesse

Am Dienstag erreichte uns die Nachricht über die Absage der Leipziger Buchmesse. Wir bedauern die Absage sehr, können sie aber natürlich aus behördlicher Sicht nachvollziehen. Wie für viele Andere auch, hat das natürlich auch für uns einige unschöne Auswirkungen. Neben der Vorabfinanzierung ist die ausbleibende Gelegenheit, uns mit Interessierten zu vernetzen, unser größtes Problem. Auf unserem Blog haben wir einen Text veröffentlicht, der die Auswirkungen beschreibt und aufzeigt, wie ihr uns helfen könnt.

Kurz zusammengefasst:

  • Wir freuen uns über spontane Einladungen für Vorträge in den nächsten Wochen
  • Wir freuen uns über Spenden, um die entstandenen Kosten auffangen zu können
  • Wir freuen uns über Bestellung von Infomaterial

Mehr Informationen findet ihr hier: http://blog.verbrannte-orte.de/2020/03/04/leipziger-buchmesse-abgesagt/

Bericht unserer Thüringen-Reise

Ende Januar waren wir in Thüringen unterwegs, um die dortigen Orte für unser Gedenkprojekt zu fotografieren. Auf unserem Blog findet ihr einen ausführlichen Bericht der Reise.

Jahresbericht

Wir wollen das vergangene Jahr in einem Jahresbericht Revue passieren lassen. Ihr findet den Bericht 2019 im Anhang und zum nachlesen auf unserer Internetseite.

https://blog.verbrannte-orte.de/files/2020/03/Jahresbericht2019.pdf

Vereinsgründung

Am vergangenen Dienstag, dem 3. März war es soweit. Die Gründungsversammlung für unseren eigenen Trägerverein fand statt. Sieben Gründungsmitglieder versammelten sich um den Verein „Verbrannte Orte e.V.“ zu gründen. Mit dem Verein wollen wir für unser Projekt eine nachhaltige und stabile Struktur schaffen. Sobald der Verein eingetragen ist, könnt ihr unsere Arbeit durch eine Fördermitgliedschaft unterstützen.

Termine

Auch ohne die Buchmesse gibt es einige Termine, die in den nächsten Wochen auf uns zukommen.

Vom 17. – 29. März findet eine Ausstellung mit Bildern aus unserem Projekt in Halle statt. https://stiftung-gegen-rassismus.de/events/verbrannte-orte

Am 19. März halten wir im Rahmen einer Ringvorlesung einen Vortrag an der Universität Fribourg in der Schweiz.

Am 13. Mai stellen wir unser Projekt mit einem Vortrag in Hamburg vor.

Am 9. Juni sind wir nach Bünde für einen Vortrag eingeladen.

Viele Grüße

Jan Schenck

Leipziger Buchmesse abgesagt

Die Leipziger Buchmesse ist abgesagt. Das ist sehr schade. Die Messen sind große Highlights und bringen eine Menge Motivation für den Projektalltag. Darüber hinaus hat das einige Auswirkungen. Hier ein kleiner Text in der Hoffnung das ihr uns helft.
Wir haben für die Messe 2000 Flyer gedruckt. Erfahrungen des letzten Jahres zeigen, diese Menge ist auf der Messe weg. Problem: Die Flyer werden wegen Vereinsgründung in 2 Monaten veraltet sein. Also bestellt jetzt Flyer zum verteilen und auslegen. https://verbrannteorte.tools4activists.org/infomaterial-bestellen/
Die Messe bedeutet einige Kosten für uns. Hauptsächlich Druck- und Materialkosten für den, dieses Jahr größeren, Messestand. Die Übernachtung können wir hoffentlich kostenfrei stornieren.
Helft uns diese Kosten zu tragen und unterstützt uns mit Spenden.
Kontakte, Vernetzung und Motivation sind wichtige Mitbringsel für uns von den Buchmesse. Wir verbringen viel ehrenamtliche Zeit am Schreibtisch und auf den Messen bekommen wir viel Feedback und Interesse zu spüren.
Pro Messe haben wir ca. 100 neue Newsletterabonnent*innen. Also jetzt trotzdem eintragen.
Und was machen wir mit der eingeplanten Zeit? Urlaub ist genommen. Andere Jobs abgesagt. Also wer uns vom 12-15 März spontan für eine Fotoreise, Veranstaltung oder ähnliches einladen will. Immer her damit. https://verbrannteorte.tools4activists.org/kontakt/
Jetzt hoffen wir natürlich sehr auf die Einladung zur Frankfurter Buchmesse durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels Damit wir wenigstens eine Messe dieses Jahr besuchen können. Danke an die Leipziger Buchmesse trotzdem für die erneute Einladung. Auch für euch ist die Absage bitter.

#75Befreiung – Unser Tweets der Social Media Aktion

Unter dem Hashtag #75Befreiung haben sie viele Gedenkstätten an einer gemeinsamen Social Media Aktion beteiligt. 3 Wochen berichteten sich unter täglich wechselnden Hashtags über ihre Arbeit und Themen. Unser Schwerpunkt lag natürlich bei den Autor*innen Verbrannter Bücher und dem Thema Exilliteratur. Hier nun unsere gesammelten Tweets der letzten 3 Wochen.

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Bericht unserer Thüringenreise

Vom 23. bis zum 29. Januar war ich für das Projekt Verbrannte Orte in Thüringen unterwegs, um die dortigen Orte der NS Bücherverbrennungen für das Gedenkprojekt zu fotografieren. Wie immer, habe ich zusätzlich Veranstaltungen gemacht und mich mit Interessierten getroffen.

Die erste Station meiner Reise war Erfurt. Dort fand die Bücherverbrennung am 29. Juni 1933 vor der Cyriaksburg statt. In den Orginalquellen ist zu lesen, dass die Verbrennung nach einem Jugendsportfest stattfand. Daraus schloss ich das der heutige Ort nur oben im Bereich des EGA Geländes liegen kann. Nur dort ist eine Fläche vorhanden wo ein solches Fest stattgefunden haben kann. Heute befindet sich dort ein Skulpturengarten und es laufen die Vorbereitungen für die BUGA 2021. Ob es dann wohl eine Erinnerung vor Ort geben wird? Bisher gibt es keine Gedenkplatte oder ähnliches. Bis zum abendlichen Treffen mit interessierten hatte ich noch etwas Zeit und besuchte die Alte Synagoge. Ein Bau aus dem 14. Jahrhundert dessen Besuch sehr zu empfehlen ist. Abends in der Kneipe kam es leider zu Ortsmissverständnissen so dass nicht alle zusammen saßen. Trotzdem sind auch für Erfurt tolle Kontakte entstanden. https://verbrannte-orte.de/erfurt

Am Freitag ging es nach Hildburghausen. Die dortige Bücherverbrennung fand am 22. Mai 1933 auf dem Marktplatz statt. Der Platz hat sich fast gar nicht verändert. Das fotografieren ging relativ schnell, so dass ich die verbleibende Zeit nutzte um mich im Regionalgeschichtlichem Bestand der örtlichen Bibliothek umzusehen. Auf den historischen Fotos aus dem Jahr 1933 ist zu sehen das sich der Platz kaum verändert hatte. https://verbrannte-orte.de/hildburghausen

Weiter ging es nach Saalfeld. Ein Zwischenstopp auf meiner Reise an dem es keine Verbrennung gab. Allerdings war ich ins Wahlkreis- und Jugendbüro der Linken Abgeordneten Katharina König eingeladen um über unser Projekt zu berichten. Eine kleine Veranstaltung mit 10 Besucher*innen und ein netter Abend mit den örtlichen Aktiven folgte. Die Gespräche haben mir wieder gezeigt, wie wichtig diese kleinen Orte sind damit sich alternative Jugendliche engagieren und organisieren können. In Saalfeld traf ich mich außerdem mit einem Redakteur des MDR für ein Interview.

Am Samstag brach ich zeitig nach Mühlhausen auf, da ich dort eine Verabredung mit einem Redakteur der Lokalzeitung hatte. Leider machte mir eine Autopanne einen Strich durch die Rechnung. Stundenlanges Warten, Abschleppen und Tauschauto waren die Folge. Alles in Allem hatte ich noch Glück und konnten meine Reise fortsetzen und schaffte es sogar noch zum verschobenem Treffen mit dem Redakteur.

Im Gespräch tauchte die Frage auf, ob es in Mühlhausen wohl 2 Verbrennungen gegeben hatte? Er recherchierte im Nachgang zu unserem Gespräch beim Stadtarchiv und meldete sich vor ein paar Tagen mit den Ergebnissen zurück. Es gab in Mühlhausen keine 2. Verbrennung. Nur am 20. ;Mai 1933 fand eine Bücherverbrennung auf dem Blobach statt. https://verbrannte-orte.de/mühlhausen

Kahla, meine nächste Station, ist eine besondere Geschichte. Eine der Bücherverbrennungen die uns nur durch Zufälle bekannt geworden ist. Bei unseren Recherche stießen wir auf einen Eintrag der Internetseite der Stadtbibliothek Kahla. Hier war zwar das Datum einer Verbrennung genannt, es fehlte leider jede zusätzliche Informationen. Ein Anruf bei der Bibliothek und das weiterreichen ans Stadtarchiv brachten den Kontakt zu einem Lokalhistoriker. Mit ihm traf ich mich am Sonntag Mittag in Kahla. Er hatte im Vorlauf etwas recherchiert so das wir auch den heutigen Ort der Verbrennung vermutlich recht genau lokalisieren konnten. Heute befindet sich dort das Freibad.

Nachmittags traf ich mich mit einer Ehrenamtlichen des Demokratieladens. Am nächsten Vormittag folgte ein weiteres Treffen im Demokratieladen mit den Hauptamtlichen. Viele Ideen für eine gemeinsame Zusammenarbeit entstanden und ich denke ich werde sicherlich wieder nach Kahla kommen. https://verbrannte-orte.de/kahla

Am Montag den 27. Januar und somit dem 75 Jahrestag der Befreiung von Auschwitz war ich in Jena. Im Anschluss an eine Gedenkveranstaltung fand gemeinsam mit einem Lokalhistoriker eine Veranstaltung in der JG Stadtmitte statt, auf der ich das Projekt vorstellte. Auch in Jena gab es viele Ideen für gemeinsame Aktivitäten und so werde ich sicherlich auch dorthin nochmal kommen. Ich war sehr froh diesen Tag im Gedenken und Aktiv gegen Rechts gemeinsam mit anderen verbringen zu können. https://verbrannte-orte.de/jena

Am Vorletzten Tag ging es nach Weimar. Genauer gesagt nach Niedergrunstedt bei Weimar, dort fand am 21. Juni 1933 die Bücherverbrennung statt. Durchgeführt vom Deutschen Handelsgehilfen Verband im Beisein eines Großteils der Niedergrunstedter Bevölkerung.

Ich war dort mit einem ortsansässigem Lehrer, der sich mit der regionalen Geschichte beschäftigt hatte, verabredet und lies mir von ihm den Ort zeigen. Der genaue Ort der Niedergrunstedter Verbrennung ist unbekannt, so dass ich zum fotografieren den Ort des Gedenkbaumes gewählt habe. Dieser Ort wird auch zukünftig im Atlas verzeichnet sein.

Abends gab es in Weimar ein Treffen mit Interessierten. Wie schon schon in Kahla und Jena entstanden dort viele gute Ideen für gemeinsame Aktionen. https://verbrannte-orte.de/niedergrunstedt

Der letzte Tag der Reise bot nochmal volles Programm. Los ging es nach Hirschberg. Ein Ort mit einer Bücherverbrennung die wir vorher nicht auf dem Schirm hatten und auf die ich während meiner Reise hingewiesen wurden. Obwohl wenig Informationen existierten und ich nur ein historisches Foto der Verbrennung als Anhaltspunkt hatte entschied ich mich zu versuchen den heutigen Ort zu finden. Glücklicherweise ist Hirschberg recht übersichtlich und nach wenigen Metern hatte ich den Ort der Bücherverbrennung gefunden. Ich machte die Fotos und weiter ging es nach Altenburg.

https://verbrannte-orte.de/hirschberg und https://verbrannte-orte.de/altenburg

Dort angekommen parkte ich auf dem Parkplatz der am Ort der Bücherverbrennung liegt. Ich machte meine Fotos, guckte mich ein wenig um und machte mich auf dem Weg nach Hause.

Alles in Allem war der Thüringenbesuch eine tolle Reise. Ich habe viele aktive Leute kennengelernt und wir haben viele gemeinsame Idee entwickelt. Das die Finanzierung zu einem Großteil durch die Thüringische Staatskanzlei übernommen wurde machte diese Reise erst möglich.

Besonders gefreut hat mich die Idee einer Vernetzung von Aktiven in Thüringen zum gemeinsamen Gedenken an die Bücherverbrennungen. Wir werden unser möglichstes tun um dieses Vorhaben zu unterstützen.

Auch die Presseveröffentlichungen waren natürlich gut um die Bekanntheit unseres Projektes zu steigern. Eine Auflistung findet ihr auf unserem Blog.

Ein paar Worte noch zur Finanzierung. Warum brauchen wir so „viel“ Geld für eine Reise nach Thüringen? Eine Frage die uns auch für andere Bundesländer schon gestellt wurde. Hier ein paar Bestandteile unserer Kosten:

Personalkosten und Honorare: Ein großer Teil unserer Projektarbeit findet ehrenamtlich statt. Mittlerweile hat unser Projekt eine Größe erreicht die es unmöglich macht dieses rein ehrenamtlich zu stemmen. Daher versuchen wir über Projektförderungen Personalkosten und Honorare zu finanzieren.

Reisekosten: Auf unseren Rundkosten sind wir meistens mit dem Auto unterwegs, da wir einiges an Fotoequipment und Infomaterial dabei haben. Für die gefahrenen Kilometer rechnen wir 0,2€/km. Am Ende der Thüringenreise hatten wir 1567km auf dem Tacho. Unsere Routenplanung richtet sich leider nicht immer nach dem kürzestem Weg, sondern auch nach Terminen.

Druck und Materialkosten: Von jedem Ort drucken wir Postkarten und Fotoprints für Ausstellungen. Außerdem müssen natürlich Filme und Laborkosten bezahlt werden.

Für Thüringen fehlen uns aktuell noch 691€ um unsere Kosten zu decken. Unterstützen könnt ihr uns auf https://www.betterplace.org/p59750 oder durch direkte Überweisungen auf unser Konto.

Newsletter Dezember 2019

Liebe Unterstützer*innen,

mit einem letzten Newsletter im Jahr 2019 melden wir uns kurz vor Weihnachten mit ein paar Neuigkeiten bei euch.

Thüringen

Ende Januar 2020 fahren wir nach Thüringen, um die dortigen Orte der NS Bücherverbrennungen für unser Projekt zu fotografieren. In diesem Zuge werden wir, zusammen mit Kooperationspartner*innen, vor Ort 4 bis 5 Veranstaltungen durchführen, bei denen wir unser Projekt vorstellen. Die Termine stehen leider noch nicht alle fest. Mitte Januar erhaltet ihr einen kurzen Newsletter mit den Terminen.

Verein und Fördermitgliedschaften

Wie schon berichtet sind wir gerade dabei einen eigenständigen und gemeinnützigen Verein für das Projekt zu gründen. Ziel ist es eine langfristige Weiterentwicklung des Projektes zu gewährleisten. Hier sind wir mit den letzten Schritten beschäftigst und hoffen den Verein im Januar 2020 anmelden zu können.

Mit der Vereinsgründung wollen wir u.a. die Möglichkeit schaffen, unser Projekt mit Fördermitgliedschaften regelmäßig unterstützen zu können. Wir hoffen viele Interessierte zu finden, die Lust haben uns regelmäßig in der täglichen Projektarbeit zu unterstützen. Wenn ihr Interesse daran haben, meldet euch gerne schon jetzt bei uns.

Neues auf der Webseite

Auch auf unseren Webseiten ist Neues passiert. Im Atlas sind wieder zwei, uns bisher unbekannte, Orte der Bücherverbrennungen hinzugekommen.

Informationen zur Verbrennung in Herne findet ihr unter: https://verbrannte-orte.de/herne

Den Ort der Verbrennung in Sebnitz, zusammen mit einigen Informationen, findet ihr unter https://verbrannte-orte.de/sebnitz

Auf unserem Blog haben wir die Möglichkeit geschaffen, unser Infomaterial auch online zu bestellen. Unter https://blog.verbrannte-orte.de/infomaterial-bestellen/ findet ihr Flyer, Plakate und Postkarten.

Außerdem haben wir eine Bibliographie unserer Bibliothek online gestellt. Diese umfasst mittlerweile 160 Bände. Schwerpunkt liegt auf den Bücherverbrennungen und den Autor*innen der verbrannten Werke. Zusätzlich haben wir Bücher zu den Themen NS Gedenken und Widerstand in unserem Bestand.

Auf http://blog.verbrannte-orte.de/bibliothek/ findet ihr die, noch unsortierte, Liste.

Spenden

An dieser Stelle wollen wir uns bei allen Unterstützer*innen bedanken. Unser Projekt ist neben den institutionellen Projektförderungen auf Spenden von Privatleuten und Unternehmen angewiesen. Die Spenden finanzieren einen Teil unserer täglichen Arbeit und sorgen dafür, dass wir unser Projekt weiterentwickeln können.

Spenden könnt ihr sowohl online auf https://www.betterplace.org/p59750 als auch klassisch mit einer Überweisung auf unser Konto.

Kommunikationszentrum Meuchefitz e.V.
IBAN: DE60 2585 0110 0044 0578 42
BIC: NOLADE21UEL
Sparkasse Uelzen Lüchow-Dannenberg
Verwendungszweck: Verbrannte Orte

Unter http://blog.verbrannte-orte.de/wie-unterstutzen/ haben wir zudem weitere Möglichkeiten der Unterstützung zusammengestellt.

Wir wünschen euch schöne und friedliche Feiertage und ein erfolgreiches Jahr 2020.

Viele Grüße

Jan Schenck

PS: Spendenbescheinigungen verschicken wir zusammen mit unserem Jahresrückblick Mitte Februar.