Bericht von unser Foto- und Recherchereise nach Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Los ging es einen Tag früher als geplant in Berlin. Dort hat ein befreundeter Fotograf einige Portraits von mir gemacht, damit ich endlich ordentliche Bilder habe, wenn ich auf Kongresse oder Tagungen eingeladen werde.

Von Berlin ging es nach Bautzen. Hier war ich für den Freitag Abend mit Anna-Lena Schmidt verabredet um mich über unser Projekt, aber auch über die aktuelle Situation in Bautzen auszutauschen. Ein paar weitere Interessierte kamen noch dazu und so wurde es ein netter und spannender Abend mit viel Austausch. Allen war vorher die Bautzener Bücherverbrennung nicht bekannt.

Wir selber haben auch erst vor einigen Monaten von der Bautzener Bücherverbrennung erfahren und haben vom Stadtarchiv historisches Material bekommen. Den heutigen Ort zu rekonstruieren gestaltete sich etwas schwieriger. In den historischen Quellen war vom “Steinbruch an der Löbauer Straße” die Rede und nur das übereinanderlegen von aktuellem und historischem Kartenmaterial ermöglichte uns die genaue Bestimmung des heutigen Ortes. Der Steinbruch ist mittlerweile zugeschüttet und an seiner Stelle befindet sich ein Dekra-Prüfstelle, sowie ein Sportplatz.

In Bautzen kam eine Redakteurin vom MDR Radio für ein Interview dazu welches noch Nachmittags landesweit gesendet wurde.
Für einen DPA-Artikel kam eine Fotografin hinzu um einige Fotos zu machen.
Die Bautzener Bücherverbrennung fand am 9. August 1933 statt.

https://verbrannte-orte.de/bautzen

Von Bautzen ging es am Samstag Nachmittag nach Pirna. Dort war ich vor einigen Jahren schon, aber ich bin mit keiner der Großformataufnahmen zufrieden gewesen. Da Pirna auf dem Weg lag konnte ich dies nun nachholen.

In Pirna wurde am 9. März 1933 eine sozialistische Buchhandlung geplündert und die Werke vieler Autor*innen auf der Straße verbrannt.

https://verbrannte-orte.de/pirna

Am Sonntag ging es weiter nach Zwickau. Dort fand die Bücherverbrennung im Hof des Hauses statt in dem damals die SPD und ihre Druckerei untergebracht war. Das Haus steht leer und eine Gedenkplakette erinnert zwar an die SPD, aber nicht an die Bücherverbrennung vom 8. März 1933.

In Pirna und Zwickau, hatte ich keine Veranstaltungen oder andere Termine, so dass ich neben sonnigen Spaziergängen viel Zeit im Hotel verbracht habe, um die Bilder meiner Niedersachsenreise zu bearbeiten und die Postkarten zu layouten.

Der Montag war aufregend. Er startete mit einem weiteren Radiointerview für den MDR. Ich fuhr früh los, da ich um 10:00 am Meßplatz in Leipzig mit einem Fernsehteam des Sachsenspiegels verabredet war und ich mich vorher dort umschauen wollte. Das Fernsehteam begleitete mich nicht nur am Meßplatz sondern auch am Volkshaus trafen wir uns wieder. Hier hatten sie den Kontakt zu einer Historikerin organisiert die in unterschiedlichen Archiven zur Geschichte des Volkshaus forscht. Im Rahmen ihrer Mitgliedschaft im “Geschichtsboden Volkshaus e.V.” forschte sie unter anderem zu den Bücherverbrennungen rund um das Volkshaus. Leider ist sie sehr unterschiedlicher Ansicht, als die bisherige Quellenlage, so das die vagen Informationen zu den Leipziger Bücherverbrennungen noch unklarer geworden sind. Hier steht auf jeden Fall weitere Recherche an.

Trotz alledem machte ich meine Fotos und traf mich am Meßplatz noch mit einer Redakteurin des Stadtmagazins Kreuzer. Abends gab es ein gemütliches Beisammen sitzen in einer netten Kneipe. Es gab viel Austausch über das Projekt und andere Formen des Erinnerns.

https://verbrannte-orte.de/leipzig-0

Dienstag ging es nach Halle. Auch dieser Tag startete mit einem Radiointerview für den MDR. In Halle angekommen traf ich einen Redakteur der Mitteldeutschen Zeitung, der daraufhin einen wirklich guten Artikel über das Projekt geschrieben hat. Abgewechselt wurde er von einem Fernsehteam des MDR Sachsen-Anhalt. Mittlerweile fühlte ich mich routinierter und war nicht mehr ganz so aufgeregt. Nachmittags stand noch ein Treffen im Freien Radio Corax an. Zum einen für ein Interview, zum anderen um eine Ausstellung Ende des Jahres zu planen. Und dann ging es nach Querfurt. Eingeladen vom dortigen Bündnis für ein Weltoffenes Querfurt stellte ich am Querfurter Gymnasium im Rahmen einer Abendveranstaltung mein Projekt vor. Vor mir berichteten Schülerinnen und Lehrerinnen von einer Gedenkstättenfahrt nach Treblinka. Ein sehr schöner Abend und mit den Veranstalter*innen stand ich noch fast ne Stunde auf dem Hof und erzählte.

https://verbrannte-orte.de/halle-ad-saale

Damit endete meine Rundreise. Der Rückweg führte wieder über Berlin um dort direkt die Filme entwickeln zu lassen. Die Wartezeit verbrachte ich mit einem Besuch im Deutschen Historischem Museum. Nachmittags ging es mit den fertigen Bildern im Gepäck zurück nach Hause.

Besonders an dieser Reise war das wirklich große Medieninteresse. Mehrere Zeitungsartikel, Radiointerviews und sogar Fernsehbeiträge waren eine tolle Gelegenheit das Projekt bekannter zu machen.

Sachsen steht seit Monaten im medialen Fokus im Zusammenhang mit Rechten Aktionen. Für mich war es sehr spannend unterschiedlichste Akteure der Zivilgesellschaft zu treffen und mir von ihnen berichten zu lassen.

Die Fotos dieser Reise werden wir auf der Buchmesse in Leipzig an unserem Stand zeigen, also seid herzlich eingeladen uns dort zu besuchen.

Um die Reisekosten vollständig zu finanzieren, fehlen uns noch Spenden. Unterstützt unser Projekt durch eine Spende.

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